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Anna Netrebko als Turandot: Puccinis Eisprinzessin in Wien

Anna Netrebko übernimmt an der Wiener Staatsoper die Titelrolle in Giacomo Puccinis Turandot. An ihrer Seite stehen Brian Jagde als Calaf und Rosa Feola als Liù; Henrik Nánási dirigiert, Claus Guth führt Regie. Im Zentrum steht eine Prinzessin, die ihre Freier mit tödlichen Rätseln abweist – bis ein Mann ihre Unnahbarkeit herausfordert.

Von der Redaktion Opernreiseführer

Anna Netrebko
Anna Netrebko | © Dario Acosta

Mainz/Wien - Wenn Anna Netrebko im Februar 2027 an der Wiener Staatsoper als Turandot auftritt, übernimmt sie eine der anspruchsvollsten Frauenrollen des italienischen Opernrepertoires. Puccinis Prinzessin schützt sich hinter einer eisigen Fassade: Wer ihre drei Rätsel nicht löst, wird hingerichtet. Erst Calafs unbeirrbare Entschlossenheit bringt die Ordnung ins Wanken, auf der Turandots Macht beruht.

Die Partie verlangt vokale Durchsetzungskraft ebenso wie dramatische Wandlungsfähigkeit. In Turandot treffen scharf konturierte Ausbrüche und monumentale Chorszenen auf Momente lyrischer Spannung. Besonders deutlich wird der Gegensatz zwischen der unnahbaren Prinzessin und Liù, die Calaf liebt und ihre Zuneigung selbst unter größter Gefahr nicht verleugnet. Ihre Selbstlosigkeit stellt Turandots Weltbild infrage und macht den emotionalen Konflikt der Oper sichtbar.

An Netrebkos Seite stehen Brian Jagde als Calaf und Rosa Feola als Liù. Jagde führt die Partie bis zum berühmten „Nessun dorma“, in dem Calaf seinen Sieg verkündet, obwohl Turandots innerer Widerstand noch nicht gebrochen ist. Feola verkörpert den verletzlichen Gegenpol zur Herrscherin. Aus dem Spannungsfeld zwischen Begehren, Macht und Mitgefühl bezieht Puccinis letzte Oper ihre dramatische Energie.

Die musikalische Leitung übernimmt Henrik Nánási, Regie führt Claus Guth. Bühne und Kostüme stammen von Etienne Pluss und Ursula Kudrna. Guths Inszenierung stellt die Frage, wie sich Turandots öffentliche Unnahbarkeit und ihre allmähliche Veränderung auf der Bühne erfahrbar machen lassen.

Die Wiener Staatsoper zeigt die Produktion am 10., 14., 17., 20. und 23. Februar 2027. Für Netrebko bietet die Rolle die Möglichkeit, nicht nur vokale Kraft, sondern auch die innere Bewegung einer Figur auszuloten, die ihre Macht aus Angst und Kontrolle bezieht. Am Ende steht Turandot vor einer Entscheidung, die über den Ausgang des Rätselspiels hinausgeht: Sie muss sich der Möglichkeit öffnen, dass Nähe stärker sein könnte als Furcht.

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