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8. September 2026

Asmik Grigorian erstmals mit großem Solokonzert in Riga

Am 12. September 2026 kommt Asmik Grigorian für ein großes Solokonzert nach Riga. Gemeinsam mit dem Lithuanian State Symphony Orchestra unter Gintaras Rinkevičius präsentiert die litauische Sopranistin ein Programm zwischen Verdi, Puccini und Massenet – mit dramatischen Frauengestalten, großen Arien und orchestralen Zwischenspielen.

Von der Redaktion Opernreiseführer

Asmik Grigorian
Asmik Grigorian | © Gasiunas

Mainz/Riga - Asmik Grigorian kehrt nach Riga zurück – diesmal nicht als Opernfigur innerhalb einer Inszenierung, sondern als Mittelpunkt eines großen Solokonzerts mit Orchester. Am 12. September 2026 gastiert die litauische Sopranistin im Rīgas Kongresu nams. Begleitet wird sie vom Lithuanian State Symphony Orchestra unter der Leitung von Gintaras Rinkevičius. Der Auftritt ist für Grigorian ein besonderer Termin: Erstmals präsentiert sie sich in Lettland in diesem großformatigen Konzertformat mit Orchester. Beginn ist um 19 Uhr.

Dabei ist Riga für Grigorian keineswegs ein unbekannter Ort. Das lettische Publikum kennt sie aus früheren Auftritten an der Lettischen Nationaloper und beim Opernfestival in Sigulda. In Riga war sie unter anderem als Carmen, Don Giovanni, Manon Lescaut und in Puccinis Il Trittico zu erleben. Das Konzert am 12. September setzt diese Verbindung nun in einem anderen Rahmen fort: Ohne szenische Produktion steht allein ihre Stimme im Mittelpunkt.

Das Programm führt durch zentrale Partien aus Grigorians Repertoire und verbindet italienisches, französisches, russisches und deutschsprachiges Opernrepertoire mit Lied und Orchestermusik. Zu Beginn steht Lady Macbeth mit „Nel dì della vittoria … Vieni! t’affretta!“ aus Verdis Macbeth. Es folgen Cio-Cio-Sans „Un bel dì vedremo“ aus Puccinis Madama Butterfly, das Intermezzo aus Manon Lescaut und Manons „Sola, perduta, abbandonata“. Dazwischen erklingt Massenets Méditation aus Thaïs, bevor Turandots „In questa reggia“ den ersten Programmteil beschließt.

Nach der Pause erweitert sich das Spektrum noch einmal. Richard Strauss’ Lied Morgen! führt vom Opernfach in die intime Welt des Kunstlieds. Dvořáks „Lied an den Mond“ aus Rusalka knüpft daran mit einer weiteren lyrischen Frauenfigur an. Es folgen die Bacchanale aus Saint-Saëns’ Samson et Dalila und schließlich Salomes Schlussszene aus Richard Strauss’ Salome. Damit reicht das Programm von Verdi und Puccini über Massenet und Dvořák bis zu Strauss und Saint-Saëns.

Gerade diese Zusammenstellung macht den Rigaer Abend zu mehr als einer Aneinanderreihung bekannter Opernarien. Grigorian begegnet Frauenfiguren, deren musikalische und dramatische Profile kaum unterschiedlicher sein könnten: Lady Macbeth steht für Macht und Manipulation, Cio-Cio-San für Hoffnung und enttäuschte Erwartung, Manon für Verlassenheit, Turandot für Unnahbarkeit und Rusalka für Sehnsucht. In Salomes Schlussszene verdichtet sich schließlich eine extreme Form von Begehren und Obsession. Die szenische Handlung wird dabei vollständig in die musikalische Gestaltung der Sängerin und des Orchesters überführt.

Grigorian gehört zu den international profilierten Sopranistinnen ihrer Generation. Zu ihren zentralen Rollen zählen unter anderem Salome, Rusalka, Jenůfa, Cio-Cio-San, Lady Macbeth und Manon Lescaut. Sie gastiert regelmäßig an bedeutenden Opernhäusern und bei internationalen Festivals, darunter die Wiener Staatsoper, das Teatro Real Madrid, die Mailänder Scala und die Salzburger Festspiele. Zu ihren Auszeichnungen zählen unter anderem der Titel „Singer of the Year“ der Zeitschrift Opernwelt sowie der Opus Klassik 2023 als „Sängerin des Jahres“.

Auch die kommende Spielzeit führt Grigorian mit mehreren anspruchsvollen Rollen nach Wien. An der Wiener Staatsoper ist sie im Oktober 2026 als Bianca in Alexander von Zemlinskys Eine florentinische Tragödie und als Judith in Béla Bartóks Herzog Blaubarts Burg zu erleben. Die beiden Werke werden in einer gemeinsamen Neuproduktion von Vasily Barkhatov mit Alain Altinoglu am Pult präsentiert; die Premiere findet am 3. Oktober statt.

Für Riga erhält der Auftritt damit eine doppelte Bedeutung. Grigorian kehrt an einen Ort zurück, an dem sie bereits früh in ihrer internationalen Laufbahn aufgetreten ist, präsentiert sich dort aber erstmals in Lettland in einem großen konzertanten Soloprogramm mit Orchester. Zugleich zeigt die ungewöhnlich weit gespannte Programmauswahl die Bandbreite einer Sängerin, die ihre Wirkung nicht allein aus einzelnen Paraderollen bezieht, sondern aus der Fähigkeit, sehr unterschiedliche musikalische und dramatische Welten miteinander zu verbinden.

Am 12. September wird aus der Opernrolle kein Bühnenbild und aus der Szene kein Ensemble: Was bleibt, sind Stimme, Orchester und eine Folge von Figuren und musikalischen Situationen, in denen Asmik Grigorian ihre besondere Verbindung von vokaler Intensität und dramatischer Gestaltungskraft zeigen kann.