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24. August 2026

Der Klang vom Grünen Hügel geht auf Reisen: Bayreuther Festspielorchester gastiert in Span

Zum 150-jährigen Bestehen der Bayreuther Festspiele verlässt das Bayreuther Festspielorchester den Grünen Hügel. Vom 29. August bis 6. September 2026 führt eine fünftägige Spanien-Tournee nach Barcelona, Santander, Sevilla, Madrid und Valencia. Unter Pablo Heras-Casado erklingen zentrale Orchester- und Szenenausschnitte aus Richard Wagners „Ring des Nibelungen“.

Von der Redaktion Opernreiseführer

Festakt 2026: Christian Thielemann, Elza van den Heever (Sopran), Christa Mayer (Alt), Klaus Florian Vogt (Tenor), Georg Zeppenfeld (Bass), Festpielorchester, Festspielchor
Festakt 2026: Christian Thielemann, Elza van den Heever (Sopran), Christa Mayer (Alt), Klaus Florian Vogt (Tenor), Georg Zeppenfeld (Bass), Festpielorchester, Festspielchor | © Bayreuther Festspiele / Enrico Nawrath

Mainz/Spanien - Wenige Tage nach dem Ende der Bayreuther Festspiele macht sich das Bayreuther Festspielorchester auf den Weg nach Spanien. Vom 29. August bis zum 6. September gastiert der Klangkörper in fünf bedeutenden Musikzentren des Landes. Anlass ist das 150-jährige Bestehen der Bayreuther Festspiele – ein Jubiläum, das untrennbar mit Richard Wagners „Ring des Nibelungen“ verbunden ist.

Die Tournee beginnt am 29. August im Palau de la Música Catalana in Barcelona. Weitere Stationen sind das Festival Internacional de Santander am 31. August, das Teatro de la Maestranza in Sevilla am 2. September, das Teatro Real in Madrid am 3. September und der Palau de la Música in Valencia am 6. September. In Barcelona tritt das Orchester erstmals im Palau de la Música Catalana auf; zugleich bildet das Konzert den Abschluss der Feierlichkeiten zum 40-jährigen Bestehen des Festival Perelada.

Am Pult steht Pablo Heras-Casado, der im Bayreuther Jubiläumsjahr bereits „Parsifal“ dirigierte. Für die Spanien-Tournee hat er ein Programm mit ausgewählten Szenen und Orchesterausschnitten aus allen vier Teilen des „Ring des Nibelungen“ zusammengestellt. Zu hören sind unter anderem der Einzug der Götter nach Walhall aus „Das Rheingold“, Wotans Abschied und der Walkürenritt aus „Die Walküre“, das Waldweben aus „Siegfried“ sowie Siegfrieds Trauermarsch und Brünnhildes Schlussszene aus „Götterdämmerung“.

Die vokalen Partien übernehmen drei profilierte Wagner-Sänger: Catherine Foster singt Brünnhilde, Klaus Florian Vogt ist als Siegmund und Siegfried zu erleben, Nicholas Brownlee übernimmt die Partie des Wotan. Der „Ring“ erklingt damit nicht als vollständige Bühnen-Tetralogie, sondern in einer konzertanten Folge ausgewählter Szenen, in denen Wagners Orchestersprache und die dramatischen Höhepunkte der Figuren unmittelbar aufeinandertreffen.

Besonders bemerkenswert ist die Reise des Orchesters selbst. Bayreuth verfügt über keinen permanenten Orchesterkörper. Für die Festspiele kommen Musikerinnen und Musiker aus renommierten Orchestern zusammen und widmen sich während der Festspielzeit ausschließlich Wagners Musik. Mit der Spanien-Tournee wird dieser eigens für Bayreuth gebildete Klangkörper erstmals in größerem Umfang außerhalb des Festspielbetriebs zu erleben sein.

Auch für Madrid besitzt die Tournee besonderen Stellenwert: Am 3. September gastiert das Bayreuther Festspielorchester erstmals im Teatro Real. Im Mittelpunkt des Konzerts steht Wagners „Ring des Nibelungen“ mit Pablo Heras-Casado sowie Catherine Foster, Klaus Florian Vogt und Nicholas Brownlee.

Die Spanien-Tournee verbindet damit zwei Ebenen des Bayreuther Jubiläums. Sie führt einen Klangkörper, dessen Arbeit eng an den Festspielhügel gebunden ist, auf internationale Konzertbühnen und bringt zugleich Wagners „Ring“ in Städte, in denen seine Musik seit Jahrzehnten zum internationalen Opernrepertoire gehört. Was sonst in der besonderen Akustik des Bayreuther Festspielhauses entsteht, wird für einige Tage zum konzertanten Wagner-Erlebnis auf fünf spanischen Bühnen.