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Diana Damrau singt Humperdincks Gänsemagd: Königskinder mit Christian Thielemann in Berlin

Diana Damrau kehrt als Gänsemagd in Engelbert Humperdincks Königskinder an die Staatsoper Unter den Linden zurück. Christian Thielemann dirigiert die Staatskapelle Berlin, Christian Gerhaher übernimmt die Partie des Spielmanns. David Bösch inszeniert das Märchendrama über Liebe, gesellschaftliche Grenzen und eine Welt, die ihre Außenseiter nicht erkennt.

Von der Redaktion Opernreiseführer

Diana Damrau© Michael Tammaro
Diana Damrau

Mainz/Berlin - Ein Königreich, das seine eigene Zukunft nicht erkennt: In Engelbert Humperdincks Königskinder begegnen sich eine Gänsemagd und ein Königssohn, die einander lieben, aber an den Regeln ihrer Umgebung scheitern. Diana Damrau singt die Gänsemagd in der Wiederaufnahme an der Staatsoper Unter den Linden. Sebastian Kohlhepp übernimmt die Partie des Königssohns, Christian Gerhaher singt den Spielmann und Evelyn Herlitzius die Hexe. Christian Thielemann dirigiert die Staatskapelle Berlin, David Bösch führt Regie.

Humperdincks 1910 uraufgeführtes Werk führt den Märchenstoff in eine Tragödie. Die Gänsemagd lebt bei einer Hexe und besitzt eine besondere Verbindung zur Natur. Der Königssohn verlässt sein Schloss, um die Welt kennenzulernen. Als beide aufeinandertreffen, erkennen sie einander – doch die Menschen sehen in ihnen nicht das Königspaar, das sie sein könnten. Die Liebenden werden verkannt und schließlich aus der Gemeinschaft ausgeschlossen.

Die Partitur verbindet spätromantische Klangfülle mit einer durchkomponierten musikalischen Dramaturgie. Anders als Hänsel und Gretel, das vertraute Lieder und märchenhafte Bilder aufgreift, entfaltet Königskinder eine durchgehende musikalische Erzählung. Natur, Märchenwelt und gesellschaftliche Wirklichkeit verschränken sich in einem Klangraum, dessen Zentrum die Gänsemagd bildet. Ihre Sehnsucht nach einem anderen Leben trifft auf eine Welt, die ihre innere Würde nicht erkennt.

Die Berliner Besetzung bringt markante Stimmen zusammen. Damrau gestaltet die Gänsemagd, Gerhaher den Spielmann, der zwischen den Welten steht und das Geschehen begleitet. Herlitzius verkörpert die Hexe, die der Gänsemagd zunächst Schutz bietet, Kohlhepp den Königssohn. Thielemann und die Staatskapelle Berlin stellen Humperdincks weit gespannte Orchesterfarben in den Mittelpunkt.

Die Wiederaufnahme ist für den 5., 7., 9. und 20. Mai 2027 angesetzt. Die Vorstellungen am 5. und 7. Mai beginnen um 18.30 Uhr, am 9. Mai um 17 Uhr und am 20. Mai um 18.30 Uhr.

Am Ende steht keine erfüllte Krönung, sondern die Geschichte zweier Menschen, deren Liebe an der Blindheit ihrer Umgebung zerbricht. Humperdincks Königskinder macht aus dem Märchen eine Frage nach gesellschaftlicher Anerkennung – und aus der Gänsemagd eine Figur, deren Würde die Welt erst zu spät begreift.

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