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6. August 2026

Donizetti Opera Festival 2026: Bergamo entdeckt die unbekannten Seiten des Belcanto

Vom 13. bis 29. November 2026 widmet sich das Donizetti Opera Festival in Bergamo erneut dem Werk des in der Stadt geborenen Komponisten Gaetano Donizetti. Im Mittelpunkt stehen drei selten gespielte Opern, die zeigen, wie vielfältig das Schaffen eines der wichtigsten Vertreter des italienischen Belcanto ist.

Von der Redaktion Opernreiseführer

Bei der diesjährigen Produktion von "L’esule di Roma" am Pult zu erleben: Antonino Fogliani
Bei der diesjährigen Produktion von "L’esule di Roma" am Pult zu erleben: Antonino Fogliani | © Susanne Diesner

Mainz/Bergamo - Bergamo wird im November 2026 wieder zum Zentrum der Donizetti-Rezeption. Das internationale Donizetti Opera Festival konzentriert sich in seiner zwölften Ausgabe auf Werke jenseits des bekannten Repertoires von „L’elisir d’amore“, „Lucia di Lammermoor“ oder „Don Pasquale“ und rückt weniger vertraute Partituren des Komponisten in den Mittelpunkt. Die Aufführungen finden vom 13. bis 29. November in den historischen Theatern der lombardischen Stadt statt, darunter im Teatro Donizetti und im Teatro Sociale.

Mit „L’esule di Roma“, „Alahor in Granata“ und „Le convenienze ed inconvenienze teatrali“ stehen drei Opern auf dem Programm, die unterschiedliche Facetten von Donizettis Musiktheater zeigen. „L’esule di Roma“ verbindet die Tradition der italienischen Opera seria mit dramatischen Konflikten um Macht, Ehre und persönliche Freiheit. „Alahor in Granata“ führt in die Welt der historischen Oper mit orientalischen und spanischen Anklängen, während „Le convenienze ed inconvenienze teatrali“ eine humorvolle Auseinandersetzung mit den Mechanismen des Opernbetriebs selbst bietet.

Die künstlerische Leitung liegt erneut bei Riccardo Frizza, der das Festival zugleich als künstlerischer und musikalischer Leiter prägt. Ein Schwerpunkt der Ausgabe 2026 ist außerdem die Erinnerung an den Dirigenten Gianandrea Gavazzeni, dessen Wirken eng mit der musikalischen Kultur Bergamos verbunden ist. Das begleitende Programm „Donizetti Off“ erweitert die Opernaufführungen um Konzerte, Gespräche und Projekte rund um den Komponisten und seine Heimatstadt.

Die besondere Bedeutung des Festivals liegt in der Wiederentdeckung eines Komponisten, dessen Name oft mit wenigen populären Titeln verbunden wird. Bergamo zeigt jedoch regelmäßig, dass Donizettis Opernwelt weit über die berühmten Belcanto-Hits hinausreicht: Seine Musik verbindet virtuose Gesangslinien mit präziser Figurenzeichnung und einer dramatischen Sprache, die auch in selten aufgeführten Werken unmittelbar auf der Bühne wirkt.

Für Opernreisende bietet das Festival eine Verbindung aus musikalischer Forschung und historischem Ort. In Bergamo begegnen sich die Lebensgeschichte des Komponisten, die Architektur der Stadt und Aufführungen, die das weniger bekannte Repertoire des Belcanto hörbar machen. Das Donizetti Opera Festival macht damit aus der Wiederentdeckung vergessener Werke einen festen Bestandteil der heutigen Opernkultur.