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13. September 2026

Kurzak und Alagna in „Tosca“: Puccinis Rom an der Deutschen Oper Berlin

Aleksandra Kurzak und Roberto Alagna standen am 12. September in Puccinis Tosca an der Deutschen Oper Berlin erstmals in dieser Spielzeit gemeinsam auf der Bühne. Der Abend brachte zudem eine kurzfristige Umbesetzung und einen Wechsel am Dirigentenpult: Leonardo Sini übernahm die musikalische Leitung, Franco Vassallo sprang als Scarpia ein.

Von der Redaktion Opernreiseführer

TOSCA von Giacomo Puccini, Deutsche Oper Berlin
TOSCA von Giacomo Puccini, Deutsche Oper Berlin | © Bettina Stöß

Mainz/Berlin - An der Deutschen Oper Berlin traf am 12. September ein international erfahrenes Sängerpaar auf eine der traditionsreichsten Produktionen des Hauses. Aleksandra Kurzak als Floria Tosca und Roberto Alagna als Mario Cavaradossi standen im Zentrum von Giacomo Puccinis Tosca. Die Inszenierung von Boleslaw Barlog gehört seit mehr als 50 Jahren zum Repertoire und verbindet eine historisch detailgetreue Ausstattung mit der dramatischen Verdichtung von Puccinis Musik.

Kurzak hat die Partie der Tosca bereits an großen internationalen Häusern gesungen, darunter an der Metropolitan Opera in New York und an der Royal Opera in London. In Berlin traf sie auf Alagna als Cavaradossi und Franco Vassallo als Scarpia. Damit standen drei Sänger im Mittelpunkt einer Oper, deren Handlung innerhalb einer einzigen Nacht auf Liebe, politische Gewalt und tödliche Machtkonflikte zuläuft.

Besondere Aktualität erhielt die Vorstellung durch zwei Umbesetzungen. Nach dem plötzlichen Tod des ursprünglich vorgesehenen Dirigenten Antonino Fogliani übernahm der junge italienische Dirigent Leonardo Sini die musikalische Leitung. Sini hatte 2017 den Internationalen Sir-Georg-Solti-Dirigentenwettbewerb gewonnen und ist in den vergangenen Jahren mehrfach als Puccini-Interpret hervorgetreten.

Auch Scarpia wurde für den 12. September neu besetzt: Franco Vassallo übernahm die Partie anstelle von Vladislav Sulimsky. Damit veränderte sich kurzfristig eine zentrale Konstellation des Abends. Als skrupelloser Polizeichef treibt Scarpia die Handlung voran und setzt seine politische Macht gezielt gegen Tosca und Cavaradossi ein.

Barlogs Inszenierung konzentriert das Geschehen auf die drei historischen Schauplätze der Oper: die Kirche Sant’Andrea della Valle, den Palazzo Farnese und die Engelsburg. Die historisch genaue Gestaltung ist dabei seit Jahrzehnten Teil der Aufführungsgeschichte des Hauses. Zugleich wird die Produktion mit wechselnden Sängerbesetzungen immer wieder neu belebt.

So verband die Berliner Tosca am 12. September eine über Jahrzehnte etablierte Inszenierung mit einer außergewöhnlichen aktuellen Besetzungssituation: Kurzak und Alagna als internationales Sängerpaar, Vassallo als kurzfristig eingesprungener Scarpia und Sini am Pult machten aus der traditionsreichen Repertoireproduktion einen Abend, an dem auch die Unwägbarkeiten des Opernbetriebs hör- und sichtbar wurden.

Die Produktion steht in dieser Spielzeit noch am 22. und 29. September auf dem Spielplan der Deutschen Oper Berlin, jeweils um 19:30 Uhr. In diesen Vorstellungen ist allerdings eine andere Besetzung vorgesehen. Weitere Aufführungen folgen am 1., 3. und 10. April sowie am 26. Juni, 30. Juni und 3. Juli 2027.