20. September 2026
Peter de Caluwe wird neuer Intendant der Salzburger Festspiele
Ab Oktober 2027 übernimmt der Belgier Peter de Caluwe die künstlerische Leitung der Salzburger Festspiele. Der langjährige Leiter von La Monnaie in Brüssel steht für zeitgenössisches Musiktheater, zahlreiche Uraufführungen und eine programmatische Verbindung von Oper, Schauspiel und Gegenwartskunst.

Mainz/Salzburg - Die Salzburger Festspiele bekommen einen neuen künstlerischen Leiter: Peter de Caluwe übernimmt zum 1. Oktober 2027 für fünf Jahre die Intendanz. Der 63-jährige Belgier folgt auf die derzeitige Interimsintendantin Karin Bergmann, die die Festspiele 2026 und 2027 leitet. De Caluwe war von 2007 bis 2025 General- und Künstlerischer Direktor der Brüsseler Oper La Monnaie. Seine erste überwiegend selbst verantwortete Festspielsaison wird 2029 sein.
De Caluwe bringt langjährige Erfahrung mit zeitgenössischem Musiktheater nach Salzburg. Während seiner Amtszeit entstanden an La Monnaie 160 Produktionen, darunter 23 Uraufführungen. Zu den Komponisten gehörten Philippe Boesmans, Pascal Dusapin und Mikael Karlsson. Auch Wagners Ring des Nibelungen und eine Reihe neuer Opernprojekte prägten seine letzte Spielzeit in Brüssel.
Seine Verbindung zu Salzburg reicht weit zurück. De Caluwe besuchte die Festspiele erstmals 1980 und sah damals Mozarts Le nozze di Figaro in der Inszenierung von Jean-Pierre Ponnelle. Seine berufliche Laufbahn wurde unter anderem durch Gerard Mortier geprägt, unter dem er bereits in den 1980er-Jahren an La Monnaie arbeitete. Auch Pierre Audi, mit dem de Caluwe später an der Nederlandse Opera verbunden war, gehörte zu seinen wichtigen Weggefährten.
Für Salzburg beginnt damit zunächst eine Übergangsphase. Bergmann verantwortet die Festspiele 2026 und 2027; de Caluwe startet bereits im Oktober 2027 mit der Vorbereitung seiner Amtszeit und wird dabei eng mit ihr und dem Festspielteam zusammenarbeiten. Ein großer Teil der Saison 2027 ist bereits vorbereitet. Erst 2029 wird er einen Festspielsommer gestalten, der weitgehend unter seiner eigenen programmatischen Verantwortung steht.
Auch die baulichen Bedingungen werden seine Planung prägen. Das Große Festspielhaus soll nach dem Festspielsommer 2028 von Herbst 2028 bis Frühjahr 2031 geschlossen werden. Für die Festspielsaisons 2029 und 2030 ist deshalb eine Interimsspielstätte in Altstadtnähe vorgesehen; über den konkreten Standort wird noch entschieden. Haus für Mozart und Felsenreitschule sollen während der Sanierung weiter bespielt werden.
Mit Peter de Caluwe beginnt in Salzburg damit nicht unmittelbar eine vollständig neue Spielplanära. Zunächst geht es um die Verbindung bestehender Planungen mit einer künftigen eigenen Handschrift. Seine Erfahrung mit zeitgenössischer Oper, großen Repertoireprojekten und internationalen Künstlernetzwerken trifft dabei auf eine Institution, deren künstlerische Planung zugleich von einem tiefgreifenden baulichen Wandel begleitet wird.