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28. August 2026

Plácido Domingo zu Gast beim Puccini-Festival in Torre del Lago

Plácido Domingo steht am 30. August 2026 beim Puccini-Festival in Torre del Lago auf der Bühne. Die „Gran Gala“ widmet sich Zarzuela sowie spanischen und neapolitanischen Melodien. Damit führt der Abend vom Komponisten Puccini und seiner toskanischen Wahlheimat in die musikalischen Traditionen, die Domingo seit Jahrzehnten auf der Opern- und Konzertbühne pflegt.

Von der Redaktion Opernreiseführer

Der Tenor Plácido Domingo
Der Tenor Plácido Domingo | © Sheila Rock

Mainz/Torre del Lago - Plácido Domingo kehrt am 30. August zum Puccini-Festival nach Torre del Lago zurück. Im Gran Teatro all’Aperto Giacomo Puccini steht der spanische Sänger und Dirigent im Mittelpunkt einer „Gran Gala“, die musikalisch über das eigentliche Puccini-Repertoire hinausweist. Auf dem Programm stehen spanische und neapolitanische Melodien sowie bekannte Nummern aus Operette und Zarzuela. Am Pult steht Marcello Rota, als weitere Solistin ist die Sopranistin María José Siri angekündigt. Begleitet werden die Künstler vom Puccini Festival Orchestra.

Der Ort verleiht dem Abend eine besondere historische Dimension. Giacomo Puccini kam 1891 nach Torre del Lago am Ufer des Massaciuccoli-Sees und machte den Ort zu seinem wichtigsten privaten und künstlerischen Rückzugsort. Seine Villa, die er ab 1899 erwerben und umbauen ließ, wurde für mehr als drei Jahrzehnte zu seinem Zuhause. Hier entstanden nahezu alle seine bedeutendsten Opern, darunter „La bohème“, „Tosca“, „Madama Butterfly“, „La fanciulla del West“ und „Il trittico“.

Auch das Festival ist eng mit dieser Geschichte verbunden. Das Puccini-Festival wurde 1930 gegründet und findet bis heute am Ufer des Massaciuccoli-Sees statt, unmittelbar vor der Villa, in der Puccini lebte, komponierte und heute begraben liegt. Das große Freilufttheater bildet dabei den zentralen Spielort des Festivals.

Domingos Gala setzt innerhalb dieses Rahmens bewusst einen anderen musikalischen Akzent. Die Zarzuela, eine spanische Form des Musiktheaters, gehört seit Jahrzehnten zu seinem Repertoire. In Torre del Lago verbindet sich dieses spanische Element mit neapolitanischen Melodien und Nummern aus Operette. Damit öffnet sich der Abend über die Welt der italienischen Oper hinaus auf ein Repertoire, das stärker von Liedtradition, populärer Melodik und unterschiedlichen Formen des Musiktheaters geprägt ist.

Für das Puccini-Festival ist die Gala Teil einer Saison, die neben den Opernproduktionen auch verschiedene Konzert- und Sonderformate umfasst. 2026 stehen im Gran Teatro all’Aperto fünf Puccini-Opern auf dem Spielplan: „Turandot“, „Tosca“, „La bohème“, „Madama Butterfly“ und „La fanciulla del West“. Hinzu kommen unter anderem ein Konzert mit Jonas Kaufmann, ein Tanzabend mit Eleonora Abbagnato sowie Domingos Gran Gala.

Nur einen Tag vor Domingos Auftritt, am 29. August, beginnt die letzte Opernproduktion der Saison: „La fanciulla del West“. In der ersten Vorstellung übernehmen Anna Pirozzi die Partie der Minnie, Yusif Eyvazov die des Dick Johnson und Claudio Sgura die des Jack Rance. Eine zweite Aufführung folgt am 5. September.

Domingos Auftritt verbindet damit drei Ebenen: die Geschichte eines Ortes, der untrennbar mit Puccinis Leben und Werk verbunden ist, die jahrzehntelange internationale Karriere eines Künstlers, der das spanische Musiktheater zu einem wichtigen Bestandteil seines Repertoires gemacht hat, und einen Galaabend, der sich programmatisch vom klassischen Puccini-Abend unterscheidet.

Am 30. August treffen in Torre del Lago somit zwei musikalische Welten aufeinander: die Erinnerung an Puccini und seinen toskanischen Rückzugsort einerseits, spanische und neapolitanische Melodien sowie die Tradition der Zarzuela und Operette andererseits. Gerade diese Verbindung macht die Gala zu einem besonderen Termin innerhalb der 72. Ausgabe des Festivals.