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16. September 2026

Roberto Bolles OnDance macht Mailand zur Bühne für die Tanzkunst

Mit OnDance hat Roberto Bolle vom 11. bis 13. September erneut Tanz aus dem Theater in den öffentlichen Raum Mailands geführt. Die neunte Ausgabe des von ihm initiierten Festivals stand unter dem Thema „Felicità“ und verband offene Tanzklassen, Workshops und Tanzabende mit einer neuen Großaktion: Rund 2.000 Tänzerinnen und Tänzer zogen durch die Stadt.

Von der Redaktion Opernreiseführer

Roberto Bolle
Roberto Bolle | © Luciano Romano

Mainz/Mailand - Tanz braucht nicht zwingend eine Theaterbühne. Bei der neunten Ausgabe von OnDance wurde Mailand selbst zum Schauplatz: Vom 11. bis 13. September bespielte das von Roberto Bolle initiierte Festival das Castello Sforzesco, die Piazza Duomo und den Parco Sempione. Unter dem Leitmotiv „Felicità“ brachte das Programm unterschiedliche Formen der Tanzkunst zusammen – von klassischem Ballett über Flamenco und irische Tänze bis zu Tango, Swing und urbanen Stilen.

Eine der auffälligsten Neuerungen war die OnDance-Marsch am 13. September. Rund 2.000 Tänzerinnen und Tänzer zogen vom Castello Sforzesco durch den Parco Sempione und verbanden dabei rund 30 verschiedene Tanzstile. Bolle eröffnete den Zug selbst. Professionelle Tänzer, Schülerinnen und Schüler verschiedener Tanzschulen und unterschiedliche Bewegungssprachen wurden so Teil einer gemeinsamen Choreografie.

Diese Idee prägte auch das übrige Festival. Kostenlose Open Classes luden dazu ein, verschiedene Tanzrichtungen kennenzulernen; auf der Piazza Duomo standen am 11. September Swing und am 12. September Tango auf dem Programm. OnDance verbindet damit Aufführung und aktive Teilnahme und richtet sich bewusst über das klassische Ballettpublikum hinaus an die Stadtgesellschaft.

Für Mailand ist das Festival zugleich Teil des Kulturprogramms „Milano è viva“. Zentrale Orte der Stadt wurden dabei zu frei zugänglichen Tanzorten. Die Konzentration auf Bewegung, Begegnung und Beteiligung gibt OnDance dabei ein eigenes Profil innerhalb des städtischen Kulturkalenders.

Bolle bildet die Verbindung zur klassischen Ballettwelt. Als étoile des Teatro alla Scala steht er für die italienische Balletttradition; mit OnDance öffnet er den Blick auf eine weit größere Tanzlandschaft. Die Marcia mit ihren 30 Tanzstilen machte diese Verbindung besonders anschaulich.

Nach dem Festival kehrt Bolle auf die Theaterbühne zurück. Im Oktober steht sein Ballett Caravaggio vom 8. bis 10. Oktober in Bologna und vom 16. bis 18. Oktober in Cagliari auf dem Programm. Im November folgt an der Scala Balanchine Bausch Stravinskij mit Werken von George Balanchine und Pina Bausch zu Musik von Igor Strawinsky. Im Dezember gastiert Roberto Bolle and Friends in Turin und Florenz.

OnDance zeigt damit Tanz als Bühnenkunst ebenso wie als gemeinsame Praxis. Die diesjährige Marcia brachte diese Idee auf besonders sichtbare Weise zusammen: 2.000 Tänzerinnen und Tänzer, 30 Tanzstile und die Stadt Mailand als gemeinsame Tanzfläche.