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Rolando Villazón eröffnet die Berliner Barocktage mit Monteverdi

Mit italienischer Musik des 17. Jahrhunderts beginnen am 7. November die Barocktage an der Staatsoper Unter den Linden. Rolando Villazón übernimmt im Eröffnungskonzert Combattimento – Liebe, die in den Tod führt gleich zwei Partien. Christina Pluhar leitet ihr Ensemble L’Arpeggiata.

Von der Redaktion Opernreiseführer

Rolando Villazón© Monika Hoefler
Rolando Villazón

Mainz/Berlin - Die Staatsoper Unter den Linden eröffnet ihre Barocktage am 7. November 2026 mit einem musikalischen Drama über Liebe, Leidenschaft und Verlust. Im Mittelpunkt des Konzerts Combattimento – Liebe, die in den Tod führt steht Rolando Villazón: Der Tenor übernimmt gleich zwei Partien – Orfeo in Szenen aus Claudio Monteverdis L’Orfeo und den Testo, die erzählende Stimme in Il combattimento di Tancredi e Clorinda. Christina Pluhar leitet ihr Ensemble L’Arpeggiata von der Theorbe aus.

Das Programm stellt zwei unterschiedliche Facetten des frühen Musiktheaters gegenüber. In L’Orfeo steigt der Sänger Orpheus in die Unterwelt hinab, um seine verstorbene Geliebte Euridice zurückzuholen. Il combattimento erzählt von Tancredi und Clorinda, deren Kampf in einer tragischen Erkenntnis endet: Erst als Tancredi seine Gegnerin tödlich verwundet hat, erkennt er in ihr die geliebte Frau. Monteverdi verbindet gesungene Handlung und instrumentale Zuspitzung zu einem musikalischen Theater, in dem die Stimme das Geschehen nicht nur kommentiert, sondern unmittelbar vorantreibt.

Neben Villazón wirken Céline Scheen als Euridice und Clorinda, Luciana Mancini als Messagiera sowie Renato Dolcini als Tancredi mit. Ergänzt wird Monteverdis Musik durch Werke von Luigi Rossi, Antonio Sartorio, Lorenzo Allegri und Maurizio Cazzati. So entfaltet sich ein Panorama italienischer Musik des 17. Jahrhunderts, das unterschiedliche Ausdrucksformen zwischen Oper, dramatischer Erzählung und instrumentaler Musik miteinander verbindet.

Das Konzert eröffnet die Barocktage, die vom 7. bis 27. November erstmals unter der Intendanz von Elisabeth Sobotka wieder an der Staatsoper stattfinden. Das Festival spannt einen Bogen von den Anfängen der Oper bis zu Christoph Willibald Glucks Orfeo ed Euridice, in dem Cecilia Bartoli die Titelrolle übernimmt. Weitere Höhepunkte sind Francesco Cavallis La Calisto in einer Neuinszenierung von Stefan Herheim, Monteverdis L’incoronazione di Poppea und Henry Purcells Dido & Aeneas in der Inszenierung und Choreografie von Sasha Waltz.

Mit Villazóns doppelter Aufgabe als mythischer Sänger und erzählende Stimme beginnt das Festival bei einer Figur, an der sich die Möglichkeiten des frühen Musiktheaters besonders deutlich zeigen: Orpheus singt gegen den Verlust an – und die Musik macht diesen vergeblichen Widerstand zum Drama.

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