16. September 2026
Simon Rattle eröffnet in München die neue Saison mit Beethovens Neunter
Sir Simon Rattle eröffnet am 24. September mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks die neue Saison im Münchner Herkulessaal. Auf Bachs Kantate „O Ewigkeit, du Donnerwort“ folgt Beethovens Neunte – ein Programm, das vom historischen Instrumentarium des Barock zur monumentalen Klangsprache der Wiener Klassik führt.

Mainz/München - Sir Simon Rattle beginnt die neue Saison des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks mit Beethovens Neunter. Am 24. September 2026 dirigiert der Chefdirigent des BRSO die erste von zwei Aufführungen im Herkulessaal der Münchner Residenz; am 25. September wird das Programm wiederholt. Das Konzert am 24. September findet als Benefizkonzert zugunsten der Stiftung Lichtblick Kinder- und Jugendhilfe statt.
Rattle stellt Beethovens Sinfonie Johann Sebastian Bachs Kantate O Ewigkeit, du Donnerwort, BWV 20, voran. Für Bach spielt das BRSO auf historischen Instrumenten, bevor für Beethoven auf das moderne Instrumentarium gewechselt wird. Der Wechsel ist damit nicht nur programmatisch, sondern auch klanglich unmittelbar hörbar: Auf die historisch informierte Aufführungspraxis der Bach-Kantate folgt die große Besetzung von Beethovens Neunter. Das BRSO knüpft damit zugleich an Rattles Initiative an, Barockmusik auf historischen Instrumenten in die Arbeit des Orchesters einzubeziehen.
Im Zentrum der zweiten Konzerthälfte steht Beethovens Neunte mit ihrem außergewöhnlichen Aufbau und dem Schlusschor nach Friedrich Schillers Ode an die Freude. Rattle dirigiert den Chor des Bayerischen Rundfunks sowie Lucy Crowe, Tim Mead, Andrew Staples und Konstantin Krimmel. Mit dem Eintritt der Stimmen im vierten Satz überschreitet Beethoven die Grenzen der traditionellen Sinfonie und führt die zuvor rein instrumentale Musik in eine vokale und chorische Dimension.
Für Rattle ist die Neunte zugleich ein erster Blick auf das Beethoven-Jahr 2027, in dem sich der 200. Todestag des Komponisten jährt. Das BRSO bezeichnet das Konzert ausdrücklich als Saisonauftakt; die neue Spielzeit steht zudem im Zeichen einer umfangreicheren Beschäftigung mit Beethoven. Rattle verbindet die Neunte dabei mit Bach nicht allein über die zeitliche Distanz: Die beiden Werke markieren unterschiedliche historische und klangliche Welten, zwischen denen das Programm bewusst einen Bogen spannt.
Der Münchner Auftakt folgt auf eine dichte Septemberfolge für Rattle. Vom 17. bis 19. September dirigiert er beim Musikfest Berlin die Berliner Philharmoniker mit Manuel de Fallas Der Dreispitz, Cathy Millikens Englischhornkonzert why feather yellow – einer Uraufführung für Dominik Wollenweber – und Leoš Janáčeks Taras Bulba. Am 26. September folgt in Passau ein Gastkonzert mit dem BRSO, wiederum mit Bachs Kantate und Beethovens Neunter.
In München wird daraus eine programmatische Gegenüberstellung zweier Komponisten, die rund ein Jahrhundert voneinander trennt. Bach erklingt in historischer Klangpraxis, Beethoven mit modernem Orchesterinstrumentarium; dazwischen liegt eine musikalische Entwicklung, die Rattle nicht abstrakt erklärt, sondern unmittelbar hörbar macht. So wird die Neunte zum Ausgangspunkt einer neuen BRSO-Saison und zugleich zum ersten großen Schritt auf dem Weg zum Beethoven-Jahr 2027.