26. August 2026
Sir Simon Rattle beim Musikfest Berlin: Schumann mit Isabelle Faust und dem Freiburger Barockorchester
Sir Simon Rattle trifft beim Musikfest Berlin auf Isabelle Faust und das Freiburger Barockorchester. Im Zentrum des Konzerts am 3. September steht Robert Schumann – mit seinem Violinkonzert und der Zweiten Sinfonie auf historischen Instrumenten.
Mainz/Berlin - Sir Simon Rattle, Isabelle Faust und das Freiburger Barockorchester eröffnen am 3. September 2026 einen musikalischen Schwerpunkt des Musikfestes Berlin mit einem Abend, der ganz Robert Schumann gewidmet ist. Im Großen Saal der Philharmonie dirigiert Rattle die Ouvertüre zu Genoveva, Schumanns d-Moll-Violinkonzert und die Zweite Sinfonie C-Dur. Das Konzert verbindet damit drei Werke aus unterschiedlichen Schaffensphasen des Komponisten und stellt ihnen eine besondere Klangperspektive gegenüber: Das Freiburger Barockorchester spielt auf historischen Instrumenten.
Im Mittelpunkt steht Isabelle Faust als Solistin des Violinkonzerts. Schumann schrieb das Werk 1853 für den Geiger Joseph Joachim; zu Lebzeiten des Komponisten wurde es nicht öffentlich aufgeführt. Erst 1937 kam es in Berlin zur Uraufführung. Im Zusammenspiel mit Faust und dem Freiburger Barockorchester erhält das Stück nun seinen Platz zwischen Schumanns früher Opernwelt und seiner Zweiten Sinfonie.
Gerade die historische Instrumentalbesetzung verändert den Blick auf Schumanns romantische Klangsprache. Das Freiburger Barockorchester nähert sich dem Komponisten nicht mit dem großen, später normierten Sinfonieapparat, sondern mit Instrumenten und Spielweisen, die eine andere Balance zwischen Streichern, Bläsern und Orchesterfarben ermöglichen. Rattle, der über viele Jahre als Chefdirigent der Berliner Philharmoniker eng mit dem Berliner Musikleben verbunden war, übernimmt die musikalische Leitung.
Die Dramaturgie des Abends führt von der Genoveva-Ouvertüre über das Violinkonzert zur Zweiten Sinfonie. Damit begegnen sich Schumanns Opernambition, seine Auseinandersetzung mit der Violine und seine große symphonische Form. Die Zweite Sinfonie entstand in einer persönlichen Krisenzeit. Schumann selbst beschrieb 1845 gegenüber Felix Mendelssohn Bartholdy die musikalischen Ideen, die ihn zu dem Werk führten, als ein inneres „Pauken und Trompeten“.
Für Rattle ist Schumann kein neues Terrain. Seine Beschäftigung mit der deutschen Romantik gehört zu einem Repertoire, das er immer wieder aus unterschiedlichen historischen und klanglichen Perspektiven betrachtet. In Berlin trifft diese Erfahrung auf ein Orchester, dessen historisch informierte Spielweise den Blick auf Schumanns Musik schärft. Isabelle Faust wiederum ist eine Solistin, die für ihre intensive Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Epochen und Aufführungstraditionen bekannt ist.
Der Abend ist damit mehr als ein prominentes Zusammentreffen dreier Namen. Rattle, Faust und das Freiburger Barockorchester stellen gemeinsam die Frage, wie Schumann heute klingen kann, wenn romantische Musik nicht selbstverständlich mit dem modernen Orchesterapparat verbunden wird. Gerade diese Verbindung unterschiedlicher musikalischer Perspektiven macht den Konzertabend zu einem markanten Termin im Programm des Musikfestes Berlin.
Das Konzert beginnt am 3. September 2026 um 20 Uhr im Großen Saal der Philharmonie Berlin und dauert rund 100 Minuten. Bereits um 19.10 Uhr gibt es eine Konzerteinführung.
Wenn Sir Simon Rattle, Isabelle Faust und das Freiburger Barockorchester Schumann in Berlin zusammenführen, begegnen sich nicht nur drei herausragende Musikerpersönlichkeiten, sondern auch drei unterschiedliche Zugänge zu einem Komponisten, dessen Musik zwischen persönlicher Unruhe, romantischer Klangfantasie und klassischer Form bis heute ihre Spannung bewahrt.