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Staatskapelle Berlin in Shanghai: Christian Thielemann dirigiert Strauss’ „Rosenkavalier“

Mit drei Aufführungen von Richard Strauss’ Der Rosenkavalier gastieren die Staatsoper Unter den Linden und die Staatskapelle Berlin im November 2026 in Shanghai. Christian Thielemann dirigiert die Inszenierung von André Heller mit Camilla Nylund als Marschallin. Das Gastspiel ist Teil der Eröffnungsfeierlichkeiten des Shanghai Grand Opera House und markiert die erste internationale Tournee einer szenischen Opernproduktion der Berliner Staatsoper seit 2018.

Von der Redaktion Opernreiseführer

Christian Thielemann, Staatskapelle Berlin
Christian Thielemann, Staatskapelle Berlin | © Peter Adamik

Mainz/Berlin - Die Staatskapelle Berlin bringt im November eine komplette Opernproduktion nach Shanghai. Richard Strauss’ Der Rosenkavalier steht am 8., 10. und 12. November 2026 auf dem Programm des neuen Shanghai Grand Opera House, das seine Eröffnung mit internationalen Gastspielen feiert. Christian Thielemann dirigiert, die Inszenierung stammt von André Heller. Das Gastspiel ist Teil der Asientournee der Staatsoper Unter den Linden und der Staatskapelle Berlin, die vom 7. bis 24. November auch nach Japan und Taiwan führt.

Im Zentrum von Strauss’ Oper steht die Marschallin, die ihren jüngeren Liebhaber Octavian liebt und zugleich erkennt, dass sie ihn nicht dauerhaft an sich binden kann. Als Octavian im Auftrag des Barons Ochs der jungen Sophie eine silberne Rose überbringt, verlieben sich die beiden ineinander. Aus dem höfischen Ritual entwickelt sich eine Komödie voller Verwechslungen und Intrigen. Am Ende lässt die Marschallin Octavian ziehen – aus der Einsicht, dass Liebe nicht durch Festhalten bewahrt werden kann.

Strauss verbindet Walzer, schillernde Orchesterfarben und weit gespannte Gesangslinien zu einer Partitur, die Komödie und Melancholie ineinander übergehen lässt. Im Schlussduett und im Terzett mit Sophie wird die Vergänglichkeit zum musikalischen Thema: Der Abschied schmerzt, eröffnet aber zugleich einen neuen Lebensabschnitt. Thielemann, der sich seit vielen Jahren intensiv mit Strauss’ Musik beschäftigt, leitet die Staatskapelle Berlin, deren Tradition eng mit dem deutschsprachigen Opernrepertoire verbunden ist.

Die Besetzung führt Camilla Nylund als Marschallin, Samantha Hankey als Octavian, Peter Rose als Baron Ochs, Nikola Hillebrand als Sophie und Roman Trekel als Faninal zusammen. Die unterschiedlichen Stimmcharaktere prägen die Balance zwischen höfischer Eleganz, jugendlicher Leichtigkeit und komödiantischer Überzeichnung, auf der die Wirkung des Werks beruht.

André Heller erarbeitete die Inszenierung 2020. Für Shanghai wird die Produktion an die räumlichen und technischen Bedingungen des neuen Hauses angepasst. Dass die Staatsoper dort eine szenische Opernproduktion zeigt, ist zugleich ein besonderer Moment der Tournee: Erstmals seit 2018 reist wieder eine szenische Oper des Berliner Hauses ins Ausland. Die Aufführungen gehören zu den Eröffnungsfeierlichkeiten des Shanghai Grand Opera House.

Neben dem Rosenkavalier steht in Shanghai ein Beethoven-Zyklus auf dem Programm. Am 7. und 9. November spielt Rudolf Buchbinder sämtliche fünf Klavierkonzerte des Komponisten mit der Staatskapelle Berlin und übernimmt dabei sowohl den Solopart als auch die musikalische Leitung.

Anschließend führt die Tournee nach Kawasaki und Tokio sowie nach Taipeh und Kaohsiung. Auf dem Programm stehen dort unter anderem Werke von Mozart, Bruckner und Richard Strauss. Die Reise knüpft an eine lange Tradition von Asiengastspielen an, die seit den 1970er-Jahren insbesondere mit dem Namen der Staatskapelle Berlin verbunden ist.

Mit dem Gastspiel in Shanghai begegnet Strauss’ Oper einem neuen Publikum in einem Haus, das gerade seine Geschichte beginnt. Der Rosenkavalier erzählt von Zeit, Wandel und dem Loslassen – und verbindet damit die europäische Operntradition mit dem Aufbruch eines neuen internationalen Musiktheaterstandorts.