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10. September 2026

Wiener Philharmoniker beim Musikfest Berlin: Dvořák und Prokofjew zwischen Gesang und Tanz

Die Wiener Philharmoniker kehrten zum Musikfest Berlin zurück – mit Tugan Sokhiev am Pult und Hilary Hahn als Solistin. Dvořáks Violinkonzert und Prokofjews Romeo und Julia verbanden zwei sehr unterschiedliche musikalische Welten über ein gemeinsames Motiv: Bewegung, Tanz und die körperliche Spannung des Klangs.

Von der Redaktion Opernreiseführer

Hilary Hahn (Violine) und Tugan Sokhiev (Dirigent)
Hilary Hahn (Violine) und Tugan Sokhiev (Dirigent) | © Schellhorn, Fabian

Mainz/Berlin - Die Wiener Philharmoniker sind am 9. September zum zweiten Mal innerhalb von zwei Jahren beim Musikfest Berlin zu Gast. In der Berliner Philharmonie treffen unter der Leitung von Tugan Sokhiev Antonín Dvořáks Violinkonzert a-Moll op. 53 und Sergej Prokofjews Ballettmusik Romeo und Julia aufeinander. Den Solopart in Dvořáks Konzert übernimmt die Geigerin Hilary Hahn.

Dvořáks Violinkonzert verbindet lyrische Passagen mit tänzerischer Energie. Besonders im Finale tritt die tschechische Folklore hervor, die dem Werk rhythmische Beweglichkeit verleiht. Die Solovioline bleibt dabei eng mit dem Orchester verbunden und bewegt sich zwischen gesanglichen Linien und tänzerischen Impulsen.

Mit Prokofjews Romeo und Julia wird der Tanz zum Ausgangspunkt eines musikalischen Dramas. Die Suite führt durch Shakespeares Liebestragödie und zeichnet ihre Figuren mit scharf konturierten Rhythmen, wechselnden Orchesterfarben und starken Kontrasten. Liebe und Gewalt, Festlichkeit und Tod erhalten jeweils eine eigene musikalische Sprache.

Gerade diese Gegenüberstellung macht den Abend reizvoll: Dvořák überträgt folkloristische Bewegung in die Form des Violinkonzerts, Prokofjew entwickelt aus der Bewegung des Balletts ein dramatisches Orchesterwerk. Hilary Hahn verbindet dabei Virtuosität mit der gesanglichen Qualität von Dvořáks Melodik, während Sokhiev anschließend die dramatischen Kontraste von Prokofjews Partitur herausarbeitet.

Der Auftritt knüpft an das Debüt der Wiener Philharmoniker beim Musikfest Berlin 2024 an. Damals dirigierte Christian Thielemann Schumanns Erste und Bruckners Erste Sinfonie. Zwei Jahre später kehrt das Orchester mit einem Programm zurück, das erneut unterschiedliche Facetten seines Orchesterklangs verbindet – diesmal zwischen Dvořáks tschechischer Folklore und Prokofjews russisch-sowjetischer Ballettsprache.

So wird der Tanz zum verbindenden Motiv des Abends: bei Dvořák als rhythmische Energie innerhalb des Konzerts, bei Prokofjew als Grundlage eines musikalischen Dramas.