28. September 2026
Anne-Sophie Mutter in Zürich: Beethoven im 50. Bühnenjahr
Anne-Sophie Mutter steht am 3. Oktober beim ersten Philharmonischen Konzert der Saison im Opernhaus Zürich im Mittelpunkt. Unter der Leitung von Lina González-Granados verbindet sie Beethovens Violinkonzert mit Piazzollas Tangazo und Nielsens Zweiter Sinfonie. Der Zürcher Auftritt fällt in Mutters 50. Bühnen- und Aufnahmejubiläum

Mainz/Zürich - Mit Beethovens Violinkonzert kehrt Anne-Sophie Mutter am 3. Oktober auf die Zürcher Konzertbühne zurück. Beim ersten Philharmonischen Konzert der Saison spielt die Geigerin mit dem Orchester der Oper Zürich unter der Leitung von Lina González-Granados. Das Programm stellt Beethovens D-Dur-Konzert op. 61 zwischen zwei sehr unterschiedliche Orchesterwelten: Piazzollas Tangazo und Carl Nielsens Zweite Sinfonie.
Für Mutter ist der Abend Teil ihres 50. Bühnenjubiläums und fünf Jahrzehnte umfassenden Aufnahmelebens, das 2026 und 2027 im Mittelpunkt steht. Die Deutsche Grammophon begleitet das Jubiläum mit einer Reihe persönlich kuratierter Alben, die musikalische Stationen ihrer Karriere über verschiedene Städte nachzeichnen. Nach My London, My Berlin und My Lucerne folgen Salzburg, Wien, Tokio und New York.
In Zürich steht jedoch kein Rückblick im Zentrum, sondern ein Werk, das Mutter seit Jahrzehnten begleitet. Beethovens Violinkonzert verlangt eine enge Balance zwischen solistischer Präsenz und kammermusikalischem Zuhören. Weit gespannte Melodiebögen, rhythmische Präzision und das tänzerisch bewegte Finale verbinden sich zu einer Partitur, die den Solisten immer wieder in einen Dialog mit dem Orchester stellt.
Den Rahmen bilden zwei Werke mit deutlich anderer Klangsprache. Piazzollas Tangazo verbindet Konzertmusik mit den Rhythmen des Tango; Nielsens 1902 uraufgeführte Zweite Sinfonie trägt den Beinamen Die vier Temperamente und zeichnet in ihren vier Sätzen unterschiedliche Charaktere musikalisch nach.
Am Pult steht Lina González-Granados erstmals beim Orchester der Oper Zürich. Die kolumbianische Dirigentin verbindet damit drei Werke, die auf unterschiedliche Weise mit Rhythmus, Charakter und Orchesterfarbe arbeiten. Mutters Beethoven steht so nicht isoliert, sondern in einem Programm, das klassische Konzertform, südamerikanische Rhythmik und skandinavische Moderne miteinander verbindet.
Der Zürcher Abend führt damit einen Klassiker aus Mutters Kernrepertoire mit zwei Orchesterwerken zusammen, die den musikalischen Horizont weit über Beethoven hinaus öffnen.