5. Oktober 2026
Janáčeks „Schlaue Füchsin“ kehrt nach Stuttgart zurück
Leoš Janáčeks „Die schlaue Füchsin“ kehrt am 16. Oktober in der Inszenierung von Stephan Kimmig an die Staatsoper Stuttgart zurück. Natasha Te Rupe-Wilson singt die Titelpartie, Killian Farrell dirigiert Staatsorchester, Staatsopernchor und Kinderchor.

Mainz/Stuttgart - Am 16. Oktober kehrt Leoš Janáčeks Die schlaue Füchsin an die Staatsoper Stuttgart zurück. Die Produktion von Stephan Kimmig wurde im November 2025 erstmals gezeigt und verbindet die Welt eines Försters mit jener einer jungen Füchsin. Dabei erzählt Janáčeks Oper nicht nur eine Tiergeschichte, sondern ein Drama über Freiheit, Begehren und Vergänglichkeit. Die aktuelle Serie läuft bis zum 21. November.
Im Zentrum steht die Füchsin, die der Förster einfängt und mit nach Hause nimmt. In der menschlichen Ordnung findet sie keinen Platz: Sie wird von den Kindern gequält, von der Försterin abgelehnt und flieht schließlich in den Wald. Dort begegnet sie einem Fuchs, gründet eine Familie und erlebt eine kurze Zeit der Freiheit. Ihr Tod durch den Wilderer beendet ihren Lebensweg, nicht aber den Kreislauf der Natur. Als der Förster in den Wald zurückkehrt, erkennt er darin eine Ordnung, die über das individuelle Leben hinausweist.
Janáček schrieb die Oper nach der Erzählung Liška Bystrouška von Rudolf Těsnohlídek; 1924 wurde sie in Brünn uraufgeführt. Die Musik folgt keiner konventionellen Nummernstruktur, sondern entwickelt sich aus kurzen, ineinandergreifenden Szenen. Sprachrhythmen, Naturlaute und prägnante melodische Gesten verbinden die menschliche und die tierische Welt. Komik und Zärtlichkeit stehen dabei unmittelbar neben Härte und existenzieller Bedrohung.
Kimmigs Inszenierung richtet den Blick auf den Gegensatz zwischen der Freiheit der Füchsin und den menschlichen Ordnungssystemen, in die sie hineingezwungen wird. Bühne und Kostüme stammen von Katja Haß und Anja Rabes, die Choreografie von Jonathan Reimann. Die Tiere erscheinen dabei nicht als bloße Märchenfiguren, sondern als Gegenwelt zur menschlichen Gesellschaft.
Als Füchsin ist Natasha Te Rupe-Wilson zu erleben. Diana Haller und Ida Ränzlöv teilen sich die Partie des Fuchses, Paweł Konik übernimmt erneut den Förster. Zum Ensemble gehören außerdem Olivia Johnson als Försterin und Eule, Moritz Kallenberg als Lehrer und Mücke, Andrew Bogard als Pfarrer und Dachs sowie Michael Nagl als Wilderer Haraschta. Staatsopernchor, Kinderchor und Staatsorchester Stuttgart wirken an den Vorstellungen mit.
Am Pult steht Killian Farrell. Der Dirigent kehrt damit an die Staatsoper Stuttgart zurück, wo er von 2021 bis 2023 als Kapellmeister und Assistent des Generalmusikdirektors tätig war. Seit 2023/24 ist er Generalmusikdirektor am Staatstheater Meiningen; ab 2027/28 übernimmt er dieselbe Position am Staatstheater Nürnberg.
Mit der Wiederaufnahme rückt Stuttgart damit erneut eine Oper ins Zentrum, in der Janáček die Grenze zwischen Mensch und Tier bewusst durchlässig gestaltet. Die Füchsin lässt sich nicht dauerhaft in die menschliche Ordnung einpassen. Ihr Tod wird so zum Teil eines größeren Naturkreislaufs, den Janáčeks Musik am Ende nicht als Schluss, sondern als Weitergehen erfahrbar macht.