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5. Oktober 2026

Wagners „Götterdämmerung“ vollendet den Pariser „Ring“

Mit Richard Wagners „Götterdämmerung“ erreicht Calixto Bieitos neue „Ring“-Tetralogie an der Opéra national de Paris ihren Abschluss. Pablo Heras-Casado dirigiert an der Opéra Bastille, Andreas Schager singt Siegfried, Tamara Wilson Brünnhilde.

Von der Redaktion Opernreiseführer

Die Opéra Bastille in Paris
Die Opéra Bastille in Paris | © Christian Leiber

Mainz/Paris - Am 8. Oktober 2026 erreicht Richard Wagners Ring des Nibelungen an der Opéra national de Paris seinen letzten Abend. Mit Götterdämmerung schließt Calixto Bieito seine Deutung der Tetralogie ab, die 2025 mit Das Rheingold begonnen und 2026 mit Die Walküre und Siegfried fortgesetzt wurde. Die neue Produktion steht bis zum 18. Oktober an der Opéra Bastille auf dem Spielplan.

Götterdämmerung führt Wagners Welt aus Macht, Besitz und Schuld in die Katastrophe. Siegfried verlässt Brünnhilde und gelangt an den Rhein, wo er in die Intrigen der Gibichungen gerät. Hagen, Alberichs Sohn, treibt die Handlung auf Siegfrieds Tod zu. Brünnhilde erkennt schließlich die Zusammenhänge und entscheidet sich für den Untergang der bestehenden Ordnung. Persönliche Tragödie und der Zusammenbruch der Götterwelt fallen damit zusammen.

Musikalisch gehört die letzte Ring-Oper zu Wagners dichtesten Partituren. Große Szenen der Protagonisten stehen neben Orchesterpassagen, Chören und Erinnerungsmotiven, die das Geschehen immer wieder auf die vorausgegangenen Teile der Tetralogie beziehen. Besonders markant ist Siegfrieds Trauermarsch, der den Tod des Helden zum musikalischen Wendepunkt des Dramas macht. Im Schlussbild übernimmt Brünnhildes Gesang die Perspektive auf die Katastrophe und führt den Ring in seine Auflösung.

Am Pult steht Pablo Heras-Casado. Andreas Schager übernimmt erneut Siegfried, Tamara Wilson singt Brünnhilde. Johannes Martin Kränzle ist Gunther, Mika Kares Hagen, Brian Mulligan Alberich und Sinead Campbell Wallace Gutrune. Eve-Maud Hubeaux übernimmt die Waltraute. Damit führt die Pariser Produktion zentrale Stimmen ihrer bisherigen Ring-Besetzung im abschließenden Teil zusammen.

Für Bieito ist Götterdämmerung der Abschluss einer über mehrere Jahre entwickelten Lesart des Ring als zusammenhängendes Bühnenwerk. Rebecca Ringst gestaltet das Bühnenbild, Ingo Krügler die Kostüme. Das künstlerische Team begleitet Bieitos Tetralogie damit über alle vier Teile hinweg.

Wagner vollendete Götterdämmerung als vierten Teil der Tetralogie; die vollständige Uraufführung des Ring fand 1876 bei den ersten Bayreuther Festspielen statt. In Paris wird nun nicht nur die vierte Oper des Zyklus gezeigt, sondern Bieitos gesamte seit 2025 entwickelte Bühnenfassung abgeschlossen.

Mit dem Untergang Siegfrieds und Brünnhildes Entscheidung endet in Paris damit nicht nur Wagners vierteilige Handlung. Götterdämmerung wird zugleich zum Schlusspunkt einer über mehrere Spielzeiten aufgebauten Regiearbeit und damit zum Prüfstein für Bieitos Gesamtdeutung des Ring.