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28. September 2026

La Cenerentola kehrt an ihren Uraufführungsort in Rom zurück

Rossinis La Cenerentola kehrt im Oktober 2026 an das Teatro Valle in Rom zurück – an den Ort ihrer Uraufführung von 1817. Die neue Produktion inszeniert Mario Martone, Michele Mariotti dirigiert. Im Zentrum steht mit Ekaterine Buachidze eine Sängerin aus dem Young Artist Program „Fabbrica“.

Von der Redaktion Opernreiseführer

Michele Mariotti
Michele Mariotti | © Victor Santiago

Mainz/Rom - Mehr als zwei Jahrhunderte nach ihrer Uraufführung kehrt Gioachino Rossinis La Cenerentola an den Ort zurück, an dem sie erstmals auf einer Bühne stand. Das Teatro dell’Opera di Roma zeigt Rossinis Dramma giocoso vom 1. bis 10. Oktober 2026 im wiedereröffneten Teatro Valle Franca Valeri. Die neue Produktion inszeniert Mario Martone, am Pult steht Michele Mariotti. Damit wird der historische Schauplatz selbst Teil der Geschichte: Am Teatro Valle wurde La Cenerentola am 25. Januar 1817 erstmals aufgeführt.

Rossinis Oper erzählt die Geschichte der Angelina, genannt Cenerentola, die im Haushalt ihres Stiefvaters Don Magnifico zwischen den herrischen Schwestern Clorinda und Tisbe lebt. Auf das Zaubermotiv der bekannten Märchenfassung verzichtet das Libretto von Jacopo Ferretti weitgehend. An seine Stelle treten Verwechslung, Maskerade und ein raffiniertes Spiel mit gesellschaftlichen Rollen: Don Ramiro tritt verkleidet auf, sein Diener Dandini übernimmt vorübergehend die Rolle des Prinzen, während Angelina ihre gesellschaftliche Stellung hinter sich lassen kann. Aus dem Märchen wird so ein turbulentes Spiel über Rang, Identität und sozialen Aufstieg.

Musikalisch lebt La Cenerentola von Rossinis präziser Konstruktion der Ensembles, raschen Rollenwechseln und einer vokalen Sprache, in der Koloratur unmittelbar zum dramatischen Motor wird. Besonders Angelina steht im Zentrum dieses Geflechts. Ihre Entwicklung von der gedemütigten Stieftochter zur selbstbewussten Frau vollzieht sich nicht nur im Text, sondern auch in der zunehmenden musikalischen Präsenz der Figur. Buffoneske Überzeichnung verbindet sich dabei immer wieder mit Momenten großer Wärme.

Ekaterine Buachidze übernimmt in Rom die Partie der Angelina. Die georgische Sängerin ist aus dem Young Artist Program „Fabbrica“ des Teatro dell’Opera di Roma hervorgegangen. Ihr zur Seite stehen Dave Monaco als Don Ramiro, Paolo Bordogna als Don Magnifico, Pietro Spagnoli als Dandini und Luca Tittoto als Alidoro. Marzia Marzo singt Tisbe, Jessica Ricci Clorinda; auch Ricci gehört zum „Fabbrica“-Programm. Es spielen Orchester und Chor des Teatro dell’Opera di Roma.

Die Besetzung verbindet damit erfahrene Interpreten des Rossini-Fachs mit Künstlern aus dem römischen Nachwuchsprogramm. Gerade La Cenerentola verlangt eine ausgeprägte Ensemblefähigkeit, weil die komischen Situationen immer wieder aus dem Zusammenspiel der Stimmen entstehen. Michele Mariotti, der zu den Dirigenten zählt, die sich intensiv mit Rossinis Opern auseinandergesetzt haben, übernimmt die musikalische Leitung.

Für Mario Martone ist die Produktion zugleich eine Rückkehr an einen für das römische Theater wichtigen Ort. Die Inszenierung entsteht als neue Produktion des Teatro dell’Opera di Roma in Koproduktion mit dem Abu Dhabi Festival und im Rahmen eines dreijährigen Projekts in Zusammenarbeit mit dem Teatro di Roma. Die Aufführungen werden von Rai Cultura aufgezeichnet und auf Rai5, RaiPlay und Radio3 ausgestrahlt.

Das Teatro Valle gibt der Produktion eine besondere historische Dimension. Hier begann 1817 die Bühnengeschichte von Rossinis Cenerentola; nun kehrt die Oper im Jahr der Wiedereröffnung des traditionsreichen Theaters an ihren ursprünglichen Schauplatz zurück. Zwischen Rossinis rasanter Ensemblekomik und dem historischen Raum entsteht damit eine Verbindung, die über eine gewöhnliche Repertoireaufführung hinausweist.

Rom bringt La Cenerentola damit nicht nur zurück auf die Bühne, sondern an den Ort, an dem Rossinis Aschenputtel einst erstmals Stimme bekam.