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15. Oktober 2026

Puccinis „La rondine“ in Zürich – Sehnsucht zwischen Luxus und Liebe

Ermonela Jaho und Benjamin Bernheim stehen im Opernhaus Zürich in Giacomo Puccinis La rondine auf der Bühne. Die selten gespielte Oper erzählt von Magda, die das mondäne Leben in Paris gegen eine Liebe eintauschen möchte – und an der Frage scheitert, ob ein Neuanfang die eigene Vergangenheit wirklich hinter sich lassen kann.

Von der Redaktion Opernreiseführer

Magda: Emanuela Jaho; Ruggero: Benjamin Bernheim
Magda: Emanuela Jaho; Ruggero: Benjamin Bernheim | © Monika Rittershaus

Mainz/Zürich - Champagner, Musik und die Aussicht auf ein anderes Leben: Giacomo Puccinis La rondine beginnt in einer Welt, in der gesellschaftlicher Glanz und private Sehnsucht eng beieinanderliegen. Magda lebt als wohlhabende Kurtisane in Paris. Als sie den jungen Ruggero kennenlernt, scheint sich ihr die Möglichkeit einer Liebe jenseits von Geld und gesellschaftlicher Stellung zu eröffnen. Doch der Traum von einem gemeinsamen Leben auf dem Land stößt bald an die Grenzen ihrer Vergangenheit.

Am Opernhaus Zürich singt Ermonela Jaho die Magda, Benjamin Bernheim übernimmt die Partie des Ruggero. Die beiden stehen im Zentrum einer Oper, die Puccinis melodische Erfindung mit einer leichten, beinahe operettenhaften Oberfläche verbindet. Unter den eleganten Walzern und schimmernden Orchesterfarben liegt jedoch eine melancholische Spannung: Magda kann sich eine andere Zukunft vorstellen, aber nicht ohne Weiteres die Verhältnisse hinter sich lassen, die ihr bisheriges Leben geprägt haben.

Puccini komponierte La rondine ursprünglich für ein Wiener Operettentheater. Die Uraufführung fand 1917 in Monte Carlo statt. Innerhalb seines Schaffens nimmt das Werk eine Sonderstellung ein: Statt auf die tragischen Zuspitzungen von La bohème, Tosca oder Madama Butterfly setzt die Partitur auf tänzerische Rhythmen, elegante Ensembles und den Wechsel zwischen Leichtigkeit und Abschied. Gerade diese Balance macht die Oper anspruchsvoll. Magdas Sehnsucht darf nicht zur bloßen Liebesromanze werden, denn ihre Entscheidung bedeutet zugleich den Verzicht auf eine erhoffte Zukunft.

Die musikalische Leitung in Zürich liegt bei Marco Armiliato. Juan Francisco Gatell singt Prunier. Im Mittelpunkt stehen die Beziehungen zwischen Magda, Ruggero und ihrem Pariser Freundeskreis – in einer Welt, in der Liebe, Geld und gesellschaftliche Erwartungen untrennbar miteinander verbunden sind.

Die Zürcher Aufführungsserie endet am 15. Oktober 2026. La rondine erzählt vom Preis eines Neuanfangs: Magda kann sich für die Liebe entscheiden, aber ihre Vergangenheit nicht einfach auslöschen. Puccinis Musik verwandelt den scheinbar leichten Traum in eine Abschiedsgeschichte, deren Wehmut gerade aus ihrer zurückgenommenen Form entsteht.