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27. September 2026

Boston vor dem Abschied: Andris Nelsons dirigiert seine letzte Saison beim BSO Teaser:

Andris Nelsons geht in seine 13. und letzte Saison als Music Director des Boston Symphony Orchestra. Sein Abschied ist zugleich eine Saison großer Zyklen, neuer Musik und eines institutionellen Neubeginns.

Von der Redaktion Opernreiseführer

Andris Nelsons
Andris Nelsons | © Marco Borggrev

Mainz/Boston - Beim Boston Symphony Orchestra beginnt eine Saison des Übergangs. Andris Nelsons steht 2026/27 zum letzten Mal als Music Director an der Spitze des Orchesters, das er seit 2014 leitet. In seiner 13. und letzten Saison dirigiert er 15 der 25 Abonnementprogramme und setzt Schwerpunkte von Mahler und Rachmaninow über Beethoven und Strauss bis zu Tschaikowski und Strawinsky.

Der Auftakt verbindet den Abschied mit einem langjährigen Weggefährten des Orchesters: Am 17. September dirigierte Nelsons in der Symphony Hall ein Sonderkonzert mit Yo-Yo Ma. Auf dem Programm standen Elgars Cellokonzert, Brahms’ Vierte Symphonie und Tango des lettischen Komponisten Arturs Maskats. Die reguläre Abonnementssaison begann am folgenden Tag.

Ende September folgt Mahlers Siebte, kombiniert mit der posthumen Uraufführung von Prolog. Sofia Gubaidulina hatte das vom BSO und dem Gewandhausorchester Leipzig in Auftrag gegebene Werk begonnen; Elena Firsova vollendete es nach Gubaidulinas Tod. Mit der Siebten dirigiert Nelsons zugleich die letzte Mahler-Symphonie, die er noch nicht mit dem BSO erarbeitet hatte.

Anschließend folgt ein Rachmaninow-Programm mit Seong-Jin Cho: die Rhapsody on a Theme of Paganini und die Zweite Symphonie. Danach stehen Beethovens Siebte sowie ein Programm mit Hilary Hahn und Seth Parker Woods auf dem Spielplan.

Den größten programmatischen Schwerpunkt widmet das BSO im Januar Peter Iljitsch Tschaikowski. Über vier Wochen erklingen alle sechs nummerierten Sinfonien – erstmals innerhalb einer einzigen BSO-Saison. Hinzu kommt eine konzertante Aufführung von Pique Dame mit der Boston Lyric Opera.

Im Februar folgt ein Strawinsky-Schwerpunkt mit Der Feuervogel, Petruschka und Le Sacre du printemps. Über zwei Konzertwochenenden werden damit drei zentrale Ballette aus der frühen Schaffensphase des Komponisten zusammengeführt.

Parallel dazu verändert sich die Struktur des Orchesters. Ein im August 2026 verabschiedeter Tarifvertrag stärkt die Beteiligung der Musikerinnen und Musiker an der künstlerischen Planung und sieht einen gemeinsamen Prozess bei der Suche nach dem nächsten Music Director vor.

Nelsons’ abschließendes Konzert als Music Director in der Symphony Hall ist für den 17. April 2027 angekündigt. Auf dem Programm steht Mahlers Dritte Symphonie. Damit endet seine Amtszeit mit einem Werk jenes Komponisten, dessen Musik einen wichtigen Schwerpunkt seiner Bostoner Jahre bildet.

Nelsons’ letzte Saison verbindet damit große sinfonische Zyklen, das romantische Repertoire, Strawinsky und neue Musik. Während seine Amtszeit auf ihr Ende zuläuft, beginnt in Boston bereits die nächste Phase der Orchestergeschichte.