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25. September 2026

Erwin Schrott als Don Alfonso: Donizettis „Lucrezia Borgia“ in München

Gaetano Donizettis „Lucrezia Borgia“ kehrt im Oktober an die Bayerische Staatsoper zurück. In Christof Loys Münchner Inszenierung treffen Angela Meade in der Titelrolle, Erwin Schrott als Don Alfonso und Liparit Avetisyan als Gennaro aufeinander. Am Pult des Bayerischen Staatsorchesters steht Antonino Fogliani.

Von der Redaktion Opernreiseführer

Erwin Schrott
Erwin Schrott | © Fabrice Dall Anese

Mainz/München - Eine Mutter begegnet ihrem Sohn, ohne dass er weiß, wer sie ist – und der Vater, der diese Wahrheit kennt, wird zum Gegenspieler beider. Donizettis „Lucrezia Borgia“ entfaltet aus diesem Familienkonflikt ein Drama, in dem Macht, verborgene Verwandtschaft und persönliche Schuld ineinandergreifen. Im Oktober ist das Werk wieder im Münchner Nationaltheater zu erleben: Angela Meade singt Lucrezia, Liparit Avetisyan Gennaro und Erwin Schrott Don Alfonso. Christof Loy inszeniert.

Im Zentrum steht eine der großen Belcanto-Partien des frühen 19. Jahrhunderts. Lucrezia erscheint bei Donizetti nicht allein als historische Gestalt, sondern als Frau zwischen öffentlicher Macht und privatem Verlust. Ihre Begegnungen mit Gennaro erhalten ihre besondere Spannung dadurch, dass die Mutterliebe unausgesprochen bleibt, während ihr Ruf und ihre Vergangenheit zunehmend auf die Beziehung zu ihrem Sohn einwirken.

Angela Meade übernimmt die Titelpartie in Loys Produktion, die seit mehreren Jahren zum Münchner Repertoire gehört. Bühne und Kostüme stammen von Henrik Ahr und Barbara Drosihn. Loy konzentriert die Inszenierung auf die Beziehungen der Figuren und die gesellschaftliche Umgebung, in der Lucrezia ihre Macht ausübt und zugleich von ihrer eigenen Geschichte eingeholt wird.

Erwin Schrott verkörpert Don Alfonso, Lucrezias Ehemann und Gennaros Vater. Er kennt die Herkunft des jungen Mannes und macht dieses Wissen zum Instrument seines Konflikts mit ihm. Damit bildet die Besetzung ein familiäres Dreieck, in dem persönliche Beziehungen und Machtinteressen unmittelbar aufeinanderprallen.

Für die Bayerische Staatsoper besitzt „Lucrezia Borgia“ zudem eine besondere Aufführungsgeschichte. Edita Gruberová prägte die Partie in München über Jahrzehnte und sang sie dort 28-mal. Die aktuelle Produktion führt diese Belcanto-Tradition mit Angela Meade in der Titelrolle weiter.

Die Oktober-Serie beginnt am 18. Oktober im Nationaltheater; weitere Vorstellungen folgen am 21., 24. und 27. Oktober.

Donizettis „Lucrezia Borgia“ verbindet damit eine historische Figur mit einem privaten Drama, dessen zentrale Wahrheit erst am Ende ausgesprochen wird. In München rückt die Produktion erneut jene ungewöhnliche Mutter-Sohn-Konstellation ins Zentrum, die Christof Loy als Schlüssel zu Donizettis Oper versteht.