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10. Oktober 2026

Giordanos „Fedora“ eröffnet die Opernsaison an der La Fenice

Nach fast sechs Jahrzehnten kehrt Umberto Giordanos „Fedora“ auf die Bühne des Teatro La Fenice zurück – und eröffnet am 13. November 2026 die neue Opernsaison in Venedig. Die Neuproduktion von Hugo de Ana verbindet eine selten gespielte Verismo-Oper mit einer Besetzung um Maria Agresta und Vincenzo Costanzo. Donato Renzetti dirigiert.

Von der Redaktion Opernreiseführer

Das Teatro La Fenice in Venedig
Das Teatro La Fenice in Venedig | © Michele Crosera

Mainz/Venedig - Mit einer Rarität des italienischen Verismo eröffnet das Teatro La Fenice seine Opernsaison 2026/27: Umberto Giordanos Fedora kehrt erstmals seit 1968 auf die Bühne des venezianischen Hauses zurück. Die Premiere findet am 13. November statt, bis zum 22. November sind acht Vorstellungen angesetzt. Donato Renzetti dirigiert, Hugo de Ana verantwortet Regie, Bühnenbild und Kostüme.

Giordano entdeckte den Stoff 1889 in Neapel, als er Victorien Sardous Schauspiel mit Sarah Bernhardt in der Hauptrolle sah. Zunächst scheiterte sein Versuch, die Rechte für eine Opernadaption zu erhalten. Erst nach dem Erfolg von Andrea Chénier konnte er das Vorhaben verwirklichen. Fedora wurde 1898 in Mailand uraufgeführt; Enrico Caruso sang den Loris. Die Oper eroberte rasch internationale Bühnen, ist heute jedoch deutlich seltener zu hören als Giordanos berühmtestes Werk.

Die Handlung führt von St. Petersburg über Paris in die Schweizer Alpen. Prinzessin Fedora Romazov will den Mord an ihrem Verlobten rächen und verdächtigt den Grafen Loris Ipanov. Als sie sich in ihn verliebt, gerät sie zwischen Rache und Leidenschaft. Eine verhängnisvolle Nachricht aus der Vergangenheit führt schließlich zur Katastrophe. Arturo Colauttis Libretto nach Sardou verbindet politische Verdächtigungen mit persönlicher Schuld und dramatischen Gefühlsumschwüngen.

Musikalisch lebt Fedora von expressiven Melodien und scharfen Kontrasten. Das Orchester verstärkt die unterschwellige Bedrohung und begleitet die raschen Wechsel zwischen gesellschaftlicher Haltung und emotionalem Ausnahmezustand. Diese Verbindung von lyrischer Intensität und dramatischer Zuspitzung macht die Oper zu einem charakteristischen Werk des Verismo.

Maria Agresta singt Fedora in fünf Vorstellungen, darunter die Premiere; an den übrigen Abenden übernimmt Rachele Stanisci die Partie. Vincenzo Costanzo ist als Loris für fünf Termine vorgesehen, Rosario La Spina für die übrigen drei. Ekaterina Bakanova und Lucrezia Drei teilen sich die Partie der Olga, Simone Piazzola und Enrico Di Geronimo jene des De Siriex. Donato Renzetti leitet das Orchester, Elena Pierini den Chor des Teatro La Fenice.

Mit Fedora eröffnet La Fenice die Saison nicht mit einem gängigen Repertoireklassiker, sondern mit einem Werk, dessen Erfolgsgeschichte eng mit Sarah Bernhardt und Enrico Caruso verbunden ist. Im Zentrum steht eine Frau, deren Suche nach Gerechtigkeit in eine verhängnisvolle Entscheidung mündet – und ein Operndrama, das seine Spannung aus Leidenschaft, Schuld und Rache gewinnt.